201208.16
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(Jugendstrafrecht) BGH vom 17.7.2012 zum Erziehungsgedanken des § 18 Abs.2 JGG (3 StR 219/12)

Gemäß § 18 Abs.2 ist eine Jugendstrafe so zu bemessen, dass die erforderliche erzieherische Wirkung möglich ist. Die Urteilsgründe müssen deshalb,so der BGH in st. Rspr., erkennen lassen, dass dem Erziehungsgedanken die ihm zukommende Beachtung geschenkt und bei der Bemessung der Jugendstrafe das Gewicht des Tatunrechts gegen die Folgen der Strafe für die weitere Entwicklung des Heranwachsenden abgewogen worden ist. Formelhafte Erwähnungen des Erziehungsgedankens reichen grundsätzlich nicht aus.

201204.13
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(Jugendstrafrecht) Strafprozess gegen zehn somalische Angeklagte vor dem LG Hamburg – Drei Angeklagte werden aus U-Haft in Jugendwohnung entlassen

Im Prozess gegen zehn somalische Angeklagte vor dem Landgericht Hamburg (Az. 603 KLs 17/10) hat die Große Strafkammer 3 heute die Haftbefehle gegen die Angeklagten, für die aufgrund ihres Alters zur Tatzeit das Jugendstrafrecht angewendet wird, aufgehoben. Die drei Angeklagten werden jetzt aus der Untersuchungshaft in eine betreute Wohneinrichtung entlassen.

201103.15
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(Strafverteidiger Berlin) BGH vom 26.1.2011 zum Gesamtstrafenübel bei ausländischer Vorverurteilung (5 StR 569/10)

Eine vollstreckte ausländische Vorverurteilung, die an innerstaatlichen Maßstäben gemessen gesamtstrafenfähig wäre, ist im Rahmen der allgemeinen Strafzumessung mit Blick auf das Gesamtstrafübel zu berücksichtigen ist. Dies gilt wegen gleicher Interessenlage auch bei eine sicher zu vollstreckenden Strafe durch einen Mitgliedstaat der Europäischen Union und für die eine festzusetzende Jugendstrafe wegen einer Tat eines seit vielen Jahren erwachsenen Heranwachsenden